Die Dauerausstellung der Museumsinsel Lüttenheid
In unserer Dauerausstellung ist für jede*n was dabei! Interessiert an Comics, Klaus Groth, Handwerk, der Stadtgeschichte oder dem kulturellen Erbe der Stadt Heide? Dann lohnt sich ein Besuch unserer ständigen Ausstellung. Hier gibt es einen Überblick über die Themenbereiche der Dauerausstellung.
Klaus Groth Haus
Im Geburtshaus von Klaus Groth (1819 – 1899) erfahren Besucher*innen mehr über Leben und Werk des berühmten niederdeutschen Dichters. Im eingeschossigen, giebelständigen Fleckenhaus aus dem 18. Jahrhundert erlebte er seine Kindheit und Jugend und wohnte auch während seiner Lehrerzeit in Heide wieder hier (1841 - 1847). Erbaut wurde es 1796 vom Großvater Groths, nachdem das ursprüngliche Haus einem Brand auf Lüttenheid zum Opfer gefallen war. Die Einteilung des Hauses ist nach der Grundsanierung im ursprünglichen Zustand belassen worden. Im Inneren lassen sich die Lebensverhältnisse im ehemaligen Handwerkerviertel des 19. Jahrhunderts nachvollziehen.
Im Haus betrieb die Familie lange Jahre eine Müllerei. Spuren davon in Form alter Mühlengeräte finden sich im Ausstellungsbereich im Obergeschoss.
Im Erdgeschoss befindet sich das sogenannte Geburtszimmer. Es wurde nach Zeichnungen des Malers Otto Speckter von 1853 rekonstruiert. In der Wand sind Bett (Alkoven) und Uhr fest eingebaut. Der Ofen, ein so genannter "Bilegger", wurde von der angrenzenden Küche aus beheizt. Eine Spinnstube schließt sich an die Küche an.
In den restlichen Räumen des Erdgeschosses werden Stationen von Groths Lebensweg präsentiert. Zu entdecken sind Originaldokumente, Hörstationen mit einer Auswahl seiner Gedichte und Vertonungen dieser, sowie ein Multimediatisch, der weitere zahlreiche Dokumente und Fotos interaktiv bereithält.
Der ehemalige Pferdestall
Der "Alte Pferdestall" ist dem Heider Handwerk gewidmet. Hier erleben Besucher*innen eine vollständige Stellmacherei, Tischlerei und Schuhmacherwerkstatt im Erdgeschoss. Das Obergeschoss widmet sich dem Schneiderhandwerk sowie der Goldschmiedearbeit. Hier kann man erfahren, welche Bedeutung das Handwerk für die Marktstadt hatte.
Das Stade-Haus
Im Obergeschoss des Stade-Hauses werden die Heider Comic-Pioniere Rudolph und Gus Dirks mitsamt der "Katzenjammer Kids" und “Bugville” ausgestellt.
Im Untergeschoss können Besucher*innen in das Leben des Heider Malers Nicolaus Bachmann eintauchen und einen Teil seines Mobiliars und seiner Gemälde sehen.
Die ehemalige Schmiede - aktuell im Umbau
Die Ausstellung zur Stadtgeschichte im Untergeschoss der "Alten Schmiede" befindet sich aktuell im Umbau. Sie ist nur eingeschränkt zu sehen.
Die Ausstellung umspannt Themen von der Zeit der Dithmarscher Bauernrepublik, der Eroberung und Niederbrennung Heides, über die Bedeutung des Heider Marktplatzes, bis hin zu Heides Vereins- und Apothekengeschichte.
Bei der 1987 / 1988 durchgeführten Stadtgrabung (heute Markt 62) wurde der älteste Kachelofen des Nordens gefunden. Dieser 1559 beim Brand verschüttete Ofen wurde aus zum Teil kleinsten Bruchstücken rekonstruiert und befindet sich nun im Schmiede-Haus. Weitere Funde aus diesem Brandschutt werden ebenfalls gezeigt. Darunter befinden sich zahlreiche Keramikfunde und Stücke einer der ältesten Heider Apotheken. Seuchen, Begleiterscheinungen des Dreißigjährigen Kriegs, machten es im Jahre 1631 notwendig, in Heide die erste Apotheke zu gründen: die Löwen-Apotheke. 1734 wurde eine zweite Apotheke eingerichtet, die Hirsch-Apotheke. Grabungsfunde erzählen von diesem bewegten Abschnitt Heider Historie.
Heide weist eine breite Auswahl sehr alter Vereine auf. Darunter befinden sich unter anderem die Papagoyengilde, Boßelvereine sowie Gesangsvereine. Eine Auswahl an historischen Objekten - wie einem silbernen Trinkpokal oder aufwendig bestickten Fahnen - macht die Geschichte der Vereine in unserer ständigen Ausstellung lebendig.
Im Ausstellungs- und Veranstaltungsraum im Obergeschoss finden wechselnde Sonderausstellungen und Kulturveranstaltungen statt.
- 1819 - Geboren am 24. April in Heide, Lüttenheid 48
- 1835 - Konfirmation; Schreiberlehrling beim Kirchspielvogt Dührsen
- 1842 - Erfolgreiche Abschlussprüfung am Lehrerseminar in Tondern - Zweiter Mädchenschullehrer in Heide
- 1847 - Krankheitshalber flieht Groth nach Fehmarn zu seinem Freund - Hier entsteht der "Quickborn"
- 1848 - Veröffentlichung der ersten hochdeutschen Gedichte
- 1852 - Im November liefert der Verlag Perthes, Besser & Mauke, Hamburg, den "Quickborn" aus
- 1853 - Groth geht nach Kiel
- 1854 - "Hundert Blätter", hochdeutsche Gedichte
- 1856 - Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Uni Bonn "Trina", "Vertelln"
- 1858 - Kolloquium vor der Philosophische Fakultät Kiel "pro venia legendi" Briefe über Hoch- und Plattdeutsch
- 1858 - "Voer de Goern" erscheint bei G. Wiegand, Lübeck - Brahms vertont seine Gedichte
- 1859 - Verlobung, dann Hochzeit mit Doris Finke (geb. 1830), Kaufmannstochter aus Bremen
- 1860 - Sohn Detmar geboren
- 1863 - Sohn Albert geboren
- 1864 - "Fiev nie Leder ton Singen un Beden" erschienen beim Verlag Perthes, Besser & Mauke, Hamburg
- 1865 - Sohn Carl geboren
- 1866 - Verleihung des Professortitels; Sohn Detmar stirbt
- 1866 - Einzug in das eigene Haus am Schwanenweg; Sohn August geboren
- 1870 - Zusammenbruch der Finkeschen Weinhandlung
- 1870 - "Quickborn, Zweiter Teil" erscheint bei W. Engelmann, Leipzig
- 1876 - "Ut min Jungparadies" - Reise mit der schwerkranken Frau nach Mentone
- 1877 - "Witen Slachters" erscheint
- 1878 - Doris Groth stirbt an Schwindsucht
- 1892 - Groth stellt seine gesammelten Werke zusammen, die bei Lipsius & Tischer, Kiel, erschienen
- 1895 - Reise nach Capri
- 1899 - 24. April: Groth wird Ehrenbürger von Heide und Kiel
- 1899 - 01. Juni: Groth stirbt in Kiel - Grab auf dem Südfriedhof