Museumsinsel Lüttenheid

Unser Museumsleitbild

Wer wir sind

Die Museumsinsel Lüttenheid ist ein stadt- und kulturhistorisches Museum im Herzen von Heide. Unser Ensemble aus mehreren historischen Gebäuden, die durch einen Innenhof verbunden sind, ist in dieser architektonischen Form einmalig in Deutschland. 
Unsere vier Sammlungsschwerpunkte umfassen die Stadt- und Handwerksgeschichte Heides, den Literaten Klaus Groth und die niederdeutsche Sprache, die Comicgeschichte der Gebrüder Dirks sowie das künstlerische Erbe der Region. Unsere Sammlungen machen das einzigartige Profil der Museumsinsel aus und bilden die Basis unserer Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit.
Wir verstehen uns als kulturhistorischen Mittelpunkt für alle Menschen in Heide und der Region und sind als Museum auch zugleich Lernort, Forschungshaus, Veranstaltungsort und Begegnungsraum. Als öffentliche Einrichtung der Stadt Heide folgen wir den kulturellen Leitzielen der Stadt und richten uns nach den ethischen Vorgaben des Internationalen Museumsrates (ICOM). Wir sind Mitglied im Deutschen Museumsbund e.V., im Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. sowie in der Museumslandschaft Dithmarschen.

Unsere Werte

Wir bewahren das kulturhistorische Erbe von Heide und machen es für alle erlebbar und dies in großem Maße unabhängig von körperlichen, sprachlichen oder sozialen Voraussetzungen. Wir prüfen regelmäßig, wo wir noch nicht den gewünschten Standard erreicht haben und arbeiten kontinuierlich daran, Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe als langfristigen Prozess zu verstehen, der partizipativ reflektiert und stetig in Hinblick auf die neuesten Erkenntnisse und Bedarfe weiterentwickelt und optimiert wird. 
Wir stehen für Tradition und sind gleichzeitig offen für neue Ansätze. Provenienzforschung, digitale Transformation und Vermittlungs- und Bildungsangebote gehören ebenso zu unserer Arbeit wie die sorgfältige Pflege unserer Sammlungen, die sorgfältige Inventarisierung und Magazinverwaltung. Offene Kommunikation, wertschätzender Umgang im Team und demokratische Verantwortung sind die Grundlage unseres täglichen Handelns.
Als Einrichtung der Stadt Heide verstehen wir unsere Arbeit als Beitrag zur kulturellen Daseinsvorsorge, zur Stärkung des Gemeinwesens und zur Attraktivität Heides als Kulturtouristischer Anziehungspunkt. 

Unsere Partner

Wir sind Teil eines lebendigen Netzwerks aus Kultur, Wissenschaft und bürgerschaftlichem Engagement. Wir kooperieren mit Museen, wissenschaftlichen Einrichtungen und historischen Vereinen der Region, insbesondere mit dem benachbarten Brahmshaus in Heide.
Wir werden im Besonderen unterstützt durch die Klaus-Groth-Gesellschaft e.V., die Freunde und Förderer des Klaus-Groth-Museums sowie den Förderverein der Museumsinsel Lüttenheid e.V.. Eng arbeiten wir mit dem Kunstverein Heide e.V. und der Frauengeschichtswerkstatt Heide, der VHS, der Stadtbücherei Heide, dem Stadttheater Heide und dem Stadtmarketing Heide zusammen. Diese Partnerschaften sind Ausdruck eines lebendigen Engagements für die Kultur in Heide. Wir danken zudem der Fielmann Group AG, der Sparkasse und weiteren Fördergebern für ihre regelmäßige Unterstützung.

Unsere Vision

Wir wollen die Museumsinsel Lüttenheid stetig weiterentwickeln und als lebendigen Dritten Ort ausbauen, an dem Geschichte und Gegenwart in einen offenen Dialog treten, an dem Fragen gestellt und Perspektiven erweitert werden. Bildung und Kultur für alle: Das ist die Vision, für die wir täglich arbeiten.
 

Unser Museumskonzept

Selbstverständnis und Auftrag

Die Museumsinsel Lüttenheid ist mehr als ein Ort der Aufbewahrung, denn sie ist ein lebendiger Kulturort, der Geschichte und Gegenwart verbindet. Neben ihrer Funktion als Museum ist sie ein kultureller Austauschort, der durch Ausstellungen, Veranstaltungen und Begegnungsformate zu einem lebendigen Miteinander einlädt. Museen sind wichtige Wegbereiter für Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet und die Einzigartigkeit unserer Sammlungsschwerpunkte ermöglicht es uns. 
Die Museumsinsel Lüttenheid wird von der Stadt Heide als nachgeordnete Einrichtung geführt und finanziert. Sie ist dem Fachdienst 2 (Bürgerdienste und Sicherheit) zugeordnet und dem Ausschuss für Kultur, Soziales und Senioren rechenschaftspflichtig. Die Dienst- und Fachaufsicht obliegt dem Bürgermeister. Mit der Museumsinsel fördert die Stadt Heide auch die niederdeutsche Sprache, die regionale Literatur und die bildende Kunst. Das Angebot dient dabei zudem als kulturtouristischer Standortfaktor für die Stadt und die gesamte Region Dithmarschen. Als nachgeordnete Einrichtung sind wir an das Corporate Design der Stadt Heide gebunden, verfügen jedoch über ein eigenes Logo und ein vereinheitlichtes Farbschema für den öffentlichen Auftritt der Museumsinsel.

Woher wir kommen

Die Museumsinsel Lüttenheid liegt im gleichnamigen Viertel Lüttenheid (Klein-Heide), welches als Quartier über Jahrhunderte von Werkstätten, Kleinbauern und Kleinbürgertum geprägt war. Die Gebäude der Museumsinsel sind authentische Zeugen der Geschichte dieses Viertels und erzählen auf vielfältige Weise die Geschichte Heides.
Den Kern des heutigen Areals bildet das Geburtshaus von Klaus Groth, das Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Als eigenständiges Klaus-Groth-Museum wurde es 1914 eröffnet und widmet sich seitdem Leben und Werk des Dichters, der als einer der Begründer der neueren niederdeutschen Literatur gilt. Seit 2001 wurden weitere Gebäude des Museumsareals schrittweise restauriert, um die stadtgeschichtliche Sammlung des Heider Heimatmuseums aufzunehmen. Das Heimatmuseum bestand seit 1904 in der Stadt und hatte in seiner Geschichte mehrere Standorte. 2004 wurden das Klaus-Groth-Museum und das Heider Heimatmuseum zur heutigen Museumsinsel Lüttenheid zusammengeführt.
Diese Vereinigung ermöglichte es, das literarische, künstlerische und historische Erbe beider Häuser an einem Ort zu bewahren und weiterzuentwickeln. Sie schuf Raum für Vermittlungsangebote und gab den Sammlungen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten hinzugekommen sind, einen dauerhaften Ort zur Erhaltung, Erforschung und Sichtbarmachung.
Grundlegende Überlegungen zur musealen Neugestaltung gab es seit den frühen 1980er Jahren. Im Juni 1993 legte ein Fachbeirat ein erstes Konzept zur Zusammenführung der bestehenden Museen vor. Im Juni 2001 wurde der erste Bauabschnitt mit der Eröffnung der Heider Fotochronik zugänglich gemacht. 2004 wurde die erste Dauerausstellung im Schmiedegebäude und Pferdestall eröffnet. 2011 folgte die Erweiterung durch das sanierte Stadehaus. 2020 und 2025 wurden zwei weitere Gebäude angekauft, die das Areal bis zur Neuen Anlage ausweiten. 
 

Unsere Sammlungen

Das Herzstück der Museumsinsel Lüttenheid bilden vier Sammlungsbereiche, die zusammen das kulturelle und historische Erbe von Heide und der Region Dithmarschen abbilden.
Die Stadtgeschichte Heide umfasst Objekte, Dokumente und Zeugnisse zur Entwicklung der Stadt vom Mittelalter bis in die Gegenwart mit besonderem Blick auf die lokale Handwerks- und Gewerbegeschichte, die das Alltagsleben der Menschen und die Entwicklung von Heide bis heute nachhaltig geprägt hat. Auch Exponate zu Persönlichkeiten wie Wilhelmine Postel oder Erna Weißenborn, die die Stadtgeschichte mitgestalteten, befinden sich in unserer Sammlung. 
Klaus Groth und die niederdeutsche Sprache bilden einen eigenständigen Sammlungs- und Forschungsschwerpunkt. Im Geburtshaus des Dichters bewahren wir seinen literarischen Nachlass und verstehen uns als lebendiges Zentrum für die Förderung und Vermittlung der niederdeutschen Sprache.
Die Comicgeschichte der Gebrüder Rudolph und Gus Dirks dokumentieren wir als einzigartiges Kapitel der internationalen Comicgeschichte. Rudolph Dirks gilt als Pionier der grafischen Literatur und Erfinder von Geschwindigkeitslinien und der Sprechblase im Comic. Sein Hauptwerk "Katzenjammer Kids" erlangte weltweite Bekanntheit. Unsere Sammlung ist in Deutschland in dieser Form einmalig. Wir bauen unsere Position als Comicmuseum im norddeutschen Raum daher gezielt aus.
Das künstlerische Erbe der Region umfasst die Sammlung des Heider Malers Nicolaus Bachmann sowie Werke weiterer regionaler Künstlerinnen und Künstler. Wir fördern zudem zeitgenössisches künstlerisches Schaffen in Heide und Dithmarschen und unterstützen die kontinuierliche Erweiterung.  
Wir betreiben somit einen aktiven Sammlungsaufbau und verstehen Provenienzforschung als festen Bestandteil seriöser Museumsarbeit. Die detaillierten Regelungen zu Akquise, Inventarisierung, Pflege und Leihverkehr sind im gesonderten Sammlungskonzept festgehalten.

Ausstellungs- und Vermittlungsstrategie

Wir bieten ein breites Spektrum an Ausstellungsformaten: thematische Sonderausstellungen zur lokalen Erinnerungskultur, zu Kunst- und Kulturgeschichte sowie zu Klaus Groth und seiner Literatur, eine wachsende Dauerausstellung zur Stadtgeschichte und zur Comicgeschichte der Gebrüder Dirks sowie Formate zu Heider Persönlichkeiten und zur Handwerksgeschichte. Unsere Ausstellungen sprechen Besucherinnen und Besucher auf verschiedenen Ebenen an und laden zum Entdecken, Verweilen und Mitdenken ein.
Wir sind ein familienfreundlicher, außerschulischer Lernort für alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Gruppen. Bildung, Vermittlung und Kreativität stehen im Mittelpunkt. Wir wollen Verständnis für historische und gegenwärtige Zusammenhänge wecken, verloren gegangenes Wissen aktivieren und Denkprozesse beflügeln. Lernen soll bei uns interaktiv und handlungsorientiert sein und kann anhand von knappen Objekttexten bis hin zu vertiefenden Führungen durch unseren Audioguide oder unsere Mitarbeitenden stattfinden. Ferienangebote und eine monatliche Museumswerkstatt für Kinder sind wesentliche Säulen unserer pädagogischen Arbeit.
Inklusion und Teilhabe sind zentrale Anliegen in unserer täglichen Arbeit. Allen Menschen soll der Zugang zu Kunst, Kultur und Geschichte ermöglicht werden unabhängig von körperlichen, sprachlichen oder sozialen Voraussetzungen. Wir wissen, dass wir beim vollständig barrierefreien Zugang, bei Leichter Sprache und digitaler Teilhabe noch nicht den gewünschten Standard erreicht haben, und arbeiten kontinuierlich daran. Partizipative Formate wie "Museum im Dialog" sowie digitale und analoge Rückmeld?möglichkeiten ermöglichen es, gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern an der Zukunft der Museumsinsel zu arbeiten.
Als historischer Veranstaltungsort öffnen wir das Museum für kulturhistorisch wertvolle Konzerte, Theater, Lesungen und kreative Formate sowie für kultureller Ausstellungen anderer Anbieter. Veranstaltungen zur Förderung der niederdeutschen Sprache unterstützen wir in besonderem Maße. Der Innenhof soll als lebendiger Begegnungsort auch außerhalb der Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen etabliert werden.

Digitalisierung und Forschung

Wir erweitern kontinuierlich unsere digitalen Angebote. In Zusammenarbeit mit einem Aufbauseminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben wir einen digitalen Audioguide entwickelt, der seit März 2025 allen Besucherinnen und Besuchern kostenlos zur Verfügung steht. Ergänzt wird das Angebot durch Medienstationen, Filme zu einzelnen Sammlungsbereichen, einen 3D-Scan des Klaus-Groth-Hauses, der über unsere Homepage verlinkt ist, sowie unsere Social-Media-Auftritte. 
Wir stellen unsere Sammlungen und unser Wissen für Forschungen zur Verfügung und fördern wissenschaftliches Arbeiten. Wir bilden angehende Museumsfachleute aus, bieten alle zwei Jahre eine Volontariatsstelle im Museum sowie jährlich eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (Kultur) an. Der Besuch von Fortbildungen und der konstruktive Wissensaustausch mit anderen Kulturbetrieben ist für uns ein wichtiger Bestandteil der Museumsarbeit. 

Kooperationen und Partnerschaften

Wir kooperieren mit anderen Museen, insbesondere dem benachbarten Brahmshaus in Heide, wissenschaftlichen Einrichtungen, historischen Vereinen sowie Sammlerinnen, Sammlern und Forschenden. Wir arbeiten stetig an der Vernetzung von Kultureinrichtungen in der Region.
Wir werden im Besonderen unterstützt durch die Klaus-Groth-Gesellschaft e.V., die Freunde und Förderer des Klaus-Groth-Museums und den Förderverein der Museumsinsel Lüttenheid e.V.. Das bürgerliche Engagement seitens des Kunstvereins Heide e.V. und der Frauengeschichtswerkstatt Heide unterstützen wir. Eng kooperieren wir mit anderen Außenstellen der Stadt Heide sowie regionalen Institutionen. Wir danken zudem der Fielmann Group AG, Stiftungen, Banken und anderen Fördergebern für ihre regelmäßige Unterstützung.
Wir pflegen aktiv den Kontakt zu Schulen in Heide, der Volkshochschule, kulturellen Vereinen und anderen Lernorten wie der Dithmarscher Musikschule, um für Schulklassen sowie Kinder- und Jugendgruppen als außerschulischer Lernort wahrgenommen zu werden und unser Angebot stetig zu verbessern.

Arbeitsweise und Qualitätssicherung

Unsere Arbeit basiert auf gesellschaftlicher und demokratischer Verantwortung. Wir setzen unsere Mittel effizient, kreativ und nachhaltig ein. Die Pflege der Sammlungsbestände, deren wissenschaftliche Erforschung sowie die Präsentation und Vermittlung sind unsere Kernaufgaben.
Offene und respektvolle Kommunikation nach innen wie nach außen ist uns stets sehr wichtig. Wir nehmen Anregungen und Kritik unserer Besucherinnen und Besucher ernst und pflegen einen wertschätzenden Umgang im Team. Wir setzen uns aktiv für Teilhabe, Bildung, Demokratie und digitale Transformation ein und stärken diese Themen durch unsere Angebote und konzeptionelle Arbeit. 
Wir reflektieren gesellschaftliche Veränderungen im Team, besuchen unterschiedliche Fortbildungen und öffnen uns neuen Fragestellungen in Kunst, Comic, Handwerk und Literatur. Wir überprüfen regelmäßig unsere Strategien, einschließlich dieses Konzepts und des Sammlungskonzepts, und gewinnen aus Rückmeldungen und Beteiligungsformaten neue Perspektiven. Das Museumskonzept, ein internes Sammlungskonzept und das öffentliche Leitbild wird alle fünf Jahre aktualisiert; die nächste planmäßige Überprüfung erfolgt im Jahr 2031.